INIS-Statuskonferenz 2015

20. - 21. Januar 2015 in Hamburg

Statuskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme INIS

  Veranstalter:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu), Forschungsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH), Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA)

  Veranstaltungsort:

Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestr. 20
21107 Hamburg

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  Weitere Informationen:

Programm (pdf, 108 kB)

Am 20. und 21. Januar 2015 trafen sich bei der Statuskonferenz rund 180 Forschungs- und Praxispartner der 13 INIS-Verbundprojekte, Vertreter des BMBF und mehrerer Projektträger sowie weitere Interessierte aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Verwaltung. Im Fokus standen erste Ergebnisse der geförderten Verbundprojekte in den Themenfeldern „Integrierte Konzepte für Wasser, Abwasser und Energie“, „Innovation in der Stadtentwässerung“, „Neue Verfahren der Abwasseraufbereitung“ und „Sicherung der Wasserversorgung“, die sich seit Mitte 2013 den drängenden Herausforderungen der Siedlungswasserwirtschaft widmen und hierfür neue und angepasste systemübergreifenden Lösungsansätze entwickeln. Vorgestellt wurden zudem unter dem Stichwort „Vernetzung und Transfer“ die laufenden Aktivitäten des Vernetzungsprojekts und der Querschnittsarbeitsgruppen. Den Abschluss bildete eine Diskussion zu den Perspektiven der Praxis.

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Begrüßung und Einführung

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Forschung im Fokus: Ausgewählte Zwischenergebnisse

Wasserversorgung: Moderation: Jens Libbe (INISnet, Difu)

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Stadtentwässerung: Moderation: Dr. Darla Nickel (INISnet, Difu)

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Abwasseraufbereitung: Moderation: Dr. Stephanie Bock (INISnet, Difu)

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Integrierte Konzepte 1: Moderation: Margarethe Langer (INISnet, DVGW Forschungstelle TUHH)

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Integrierte Konzepte 2: Moderation: Dr. Christian Wilhelm (INISnet, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA))

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Keynote:

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Vernetzung und Transfer

  • Dr. Darla Nickel (INISnet, Difu):
    Vernetzungs- und Transferarbeit von INISnet (pdf, 4,9 MB)
  • INIS-Querschnittsthemen: Aktivitäten, Ergebnisse und Perspektiven
    „Verknüpfungsthemen“:
    • Szenarien & Simulation: Jens Libbe (INISnet)
    • Teilstrombewirtschaftung: Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong (Bauhaus-Universität Weimar)
    • Multikriterielle Bewertung: Prof. Dr. Wilhelm Urban (TU Darmstadt)
    „Brückenthemen“:
    • Hygieneparameter & chemische Spurenstoffe: Dr. Daniel Karthe (UFZ)
    • Wasser-Energie-Nexus: Prof. Dr.-Ing. Theo Schmitt (TU Kaiserslautern)
    „Leitthemen“:
    • Stadt- & Freiraumplanung: Dr.-Ing. Grit Bürgow (TU Berlin)
    • Institutioneller Rahmen: Dr. Harald Breitenbach (Mittelrheinische Treuhand GmbH)
    • Akzeptanz & Kommunikation: Andreas Hartmann (Kompetenzzentrum Wasser Berlin)
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Vorgestellt von den jeweiligen Patinnen und Paten aus dem INIS-Lenkungskreis verdeutlichte bereits die Differenzierung der Querschnittsthemen in drei Gruppen die unterschiedlichen Zielsetzungen der projektübergreifenden Arbeit in den acht INIS-Querschnittsthemen. In den Verknüpfungsthemen konzentrieren sich die Diskussionen auf Methoden und Ansätze, die in mehreren Projekten entweder erforscht oder zur Anwendung kommen, u.a. Szenarien, Prognosen, Simulationen, Analysemethoden, multitkriterielle Bewertungsansätze. Nach dem Austausch über die jeweils gewählten Forschungsansätze stehen deren Anwendungskontexte, der Austausch von Analyseergebnissen sowie ein Vergleich und eine Systematisierung im Vordergrund. Hervorgehoben wurde, dass eine besondere Stärke von INIS in dem Austausch über die  Pluralität der Vorgehensweisen liege.

Die  Brückenthemen dienen der Vernetzung mit den beiden anderen NAWAM-Fördermaßnahmen „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa)“ und „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft (ERWAS)“. Im gemeinsamen Austausch werden nicht nur projekt- sondern auch verbundübergreifende Themen identifiziert, um vermeintliche Doppelarbeit zu vermeiden und gemeinsame Transferansätze zu entwickeln. Mit diesen Querschnittsthemen sollen nicht nur Brücken sondern im nächsten Schritt tragfähige Netzwerke errichtet werden.

Eine besondere Funktion nehmen die Leitthemen ein. Sie bilden einen Kern des INIS-Ergebnistransfers, adressieren in besonderem Maße die beteiligten Praxispartner und verknüpfen INIS mit anderen Initiativen. Im Thema „Stadt- und Freiraumplanung“ stehen Ansätze zur inhaltlichen und organisatorischen Integration von Siedlungswasserwirtschaft und Stadtentwicklung im Fokus. Die INIS-Aktivitäten und Ergebnisse werden mit Ansätzen zur „Zukunftsstadt“ verknüpft. Das Thema „Institutioneller Rahmen“ widmet sich vor allem Möglichkeiten und Formen des Institutionenwandels, der mit neuartigen Infrastrukturlösungen einhergehen muss. „Kommunikation und Akzeptanz“ befasst sich – als Dach aller Querschnittsthemen – mit der kurz- und langfristigen Kommunikation der Ergebnisse und verknüpft die einzelnen Aktivitäten der Projekte mit der übergreifenden INIS-Kommunikationsstrategie.

Perspektiven der Praxis

  • Podiumsdiskussion mit Praxispartnern aus den INIS-Projekten
    Moderation: Prof. Bernd Wille (Vorsitzender des INIS-Lenkungskreises)
    • Claus Externbrink (Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR, Vorstand)
    • Gerhard Hauber (Atelier Dreiseitl, Geschäftsführer)
    • Brigitte Reichmann (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin, Ministerielle Grundsatzangelegenheiten)
    • Wenke Schönfelder (Hamburg Wasser, Technologieentwicklung)
    • Dr. Christian Wilhelm (INISnet, DWA)
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In seinen einleitenden Worten betonte Herr Prof. Wille den Stellenwert des Transfers der INIS Ergebnisse. Die Fachöffentlichkeit könne über die bestehenden Kommunikationswege erfolgreich erreicht werden, auch die Bürger/innen zeigten zunehmend Bereitschaft, sich auf neue Formen der Wasserver- und -entsorgung einzulassen. Problematisch gestalte sich jedoch die Ansprache der politischen Entscheidungsträger. Hier zeichne sich noch erheblicher Handlungsbedarf ab. Ein Ansatz, so Wille, könnte in der Berufung von fünf INIS-Weisen liegen, die die wichtigsten Kernbotschaften analog zu den Wirtschaftsweisen in die Politik hineintragen sollten.

Die möglichen Formen dieses Ergebnistransfers standen im Mittelpunkt der ersten Diskussionsrunde des Podiums. Nicht alle Podiumsteilnehmer/innen teilten die Ausgangsthese, die Bürger/innen seien bereits überzeugt, neue Wege zu gehen. Vielmehr wurde ein Grund für die Zurückhaltung der Entscheidungsträger gerade in der fehlenden Bereitschaft der Bevölkerung gesehen, höhere Kosten für innovative Wasserinfrastrukturen in Kauf zu nehmen. Notwendig erscheine deshalb auch eine Diskussion über neue Gebührenmodelle. Eine Voraussetzung für den Wandel auch in den Köpfen liege, so eine weitere Einschätzung, in einer verstärkten Integration der Wasserthemen in die Dialoge und Prozesse zu lebenswerten Städten. Ihre Integration in Stadtentwicklungskonzepte aber auch in gebäudebezogene Maßnahmen stellte dabei wichtige Schritte dar. In der Kommunikation mit der Öffentlichkeit sollten nicht die Technologien sondern der Qualitätsgewinn hervorgehoben werden, ein weiterer Treiber könnte beispielsweise in Klimaanpassungsstrategien liegen. Auch gestiegener Leidendruck trage, so weitere Erfahrungen, zu Veränderungen bei. Der Vorschlag, fünf INIS Weisen als Kommunikatoren zu berufen, wurde vom Podium überwiegend positiv bewertet.

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In einer zweiten Runde waren die Podiumsteilnehmer/innen aufgefordert, ihre persönliche Sicht auf die Themen und Zwischenergebnisse von INIS zu formulieren und eine draus abgeleitete Vision zu entwerfen. Alle Teilnehmenden zeichneten positive Visionen der zukünftigen Wasserinfrastruktur. Die bisher eingeschlagenen Wege wurden als erfolgversprechend eingeschätzt. Hervorgehoben wurde die Bedeutung der integrierten Betrachtung von Abwasser und Trinkwasser und die Vernetzung der vorhandenen Modellvorhaben, Reallabore und Ansätze, die auf die Komplexität des Themas Wassers verweise und erfolgreiche Lösungen verspreche. Auszugehen sei davon, dass die Veränderungen, die derzeit in kleineren dezentralen Einheiten beginnen, übertragbar seien und somit in die Zukunft weisen. Ziel sollte, so eine weitere Einschätzung,  eine wassersensible Stadt sein, die sich vor allem durch Flexibilität und Dezentralität auszeichne. Diese Konzepte sollten jedoch, auch von der Wasserwirtschaft selbst, mit Begeisterung vermittelt werden.

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